Sonntag, 20. Januar 2013

Beobachtung von Orang-Utans


Einleitung/Allgemeine Infos
Aylin, Laura, Rachel und ich (Zinnia) haben am 14.Januar im Frankfurter Zoo die Menschenaffen Orang-Utans beobachtet.
Orang-Utans erreichen eine Körpergröße von 110 bis 140 Zentimeter sowie ein Gewicht von 40-90 Kilogramm. Das Fell ist langhaarig und rötlichbraun bis orangebraun gefärbt. Die Arme der Affen sind länger als die Beine. Erwachsene dominante Männchen zeichnen sich durch Extreme Backenwülste aus, die aus Bindegewebe bestehen und seine Dominanz zum Ausdruck bringen. Ältere Männchen haben im Kinnbereich einen weißlichen Bart.
Der Lebensraum der Orang-Utans befindet sich in den Tieflandregenwäldern und in den Sümpfen des Flachlands.
Orang-Utan kommt aus dem Malaiischen und bedeutet "Waldmenschen". Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens in den Wipfel Regionen der Bäume. Sie sind überwiegend Einzelgänger man findet selten mehr als ein bis zwei Orang-Utans pro Quadratkilometer, was allerdings am Nahrungsangebot liegt.
Die Lebenserwartung liegt bei ca. 60 Jahren.
Orang-Utans erreichen die Geschlechtsreife erst sehr spät. Unter den Menschenaffen haben Orang-Utans die längste Kindheit.
Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit 6-8 Jahren, Männchen hingegen erst mit rund 10 Jahren.
Zur Fortpflanzung kommt es in der Regel ab dem 12.-15. Lebensjahr. Während ihres Lebens bringt ein Weibchen meist nur 3-4 Jungtiere zur Welt.
Orang-Utans  bleiben bis zu ihrem 8. Lebensjahr bei ihrer Mutter.


Orang-Utans im Zoo Frankfurt
Im Affengehege der Orang-Utans befinden sich 6 Orang-Utans, sowie eine weitere Affenart.


Bei unseren Beobachtungen haben wir uns auf die Orang-Utan Mutter Rosa und ihren Sohn Sayang beschränkt, um ein möglichst detailliertes Verhaltensbild feststellen zu können.
Name: Rosa (Mutter)
5.5.1989 , Zoo Hamburg, seit 1995 Zoo Frankfurt

Name: Sayang (Sohn)
30.11.2012 , Zoo Frankfurt 






Mutter und Kind befanden sich zu Beginn unserer Beobachtungen in der linken Hälfte des Geheges, weshalb wir dieses näher und die Lupe genommen haben. Das Gehege bietet einige Schlafräume und viele Klettermöglichkeiten, wie z.B. Reifen, Seile und Bäume. 
Des Weiteren waren auf dem Boden Fußbälle auffindbar, sowie an den Wänden Liegegitter. An einem Baum befand sich eine Kratzbürste, an der Wand ein Wasserspender sowie Lüftungen und Scheinwerfer.

Lüftung/Heizung
Wasserspender
Affengehege
Durchgang
Fußbälle

Reifen

Scheinwerfer

Bürste

Verhalten:
Während unserer etwa einstündigen Beobachtungszeit konnten wir bei den Orang-Utans kaum Aktivitäten feststellen. Orang-Utans sind sehr ruhige Tiere und meist Einzelgänger, gleichzeitig weisen sie aber auch einen hohen Grad an Intelligenz auf, so sind sie beispielsweise fähig Werkzeuge zu bauen.
Über ihre Gestik und Lautsprache ist nicht viel bekannt und auch bei unseren Beobachtungen konnten wir keine direkte Kommunikation feststellen. 
Die meisten Verhaltensäußerungen bei Rosa waren in Bezug auf ihr Kind zu erkennen. Aufgrund der Zuneigung zu Sayang lässt sich feststellen, dass Rosa eine sehr enge Bindung zu Sayang hat. Sie streichelt ihr Kind immer wieder, beschützt und umsorgt es. Während unserer Beobachtungen schlief der Kleine in ihren Armen und beide verließen in den ersten 40 Minuten ihre Position nicht. 



Lediglich zum Schluss unserer Beobachtungen begab sich Rosa zusammen Sayang in den anderen Teil des Käfigs. Hierbei stellten wir eine sehr interessante Beobachtung fest. Um in den anderen Käfig zu gelangen müssen die Tiere sich durch eine Öffnung bewegen, welche durch das schieben einer Platte verschlossen werden kann. Rosa verschließ nach betreten des zweiten Käfigs sofort die Öffnung und schloss somit einen Affen einer anderen Art in diesen Teil des Käfigs alleine ein. Schon zuvor fiel uns auf, dass der sehr lebhafte Affe, allerdings aber kein Orang-Utan, Rosa ziemlich egal schien. Ab und zu schaute sie zu ihm hinauf, beschäftigte sich aber nicht weiter mit diesem. Wir vermuten deshalb, dass Rosa die Ruhe suchte und deshalb den lebhaften Affen von der Gemeinschaft ausschloss.



Kurz darauf öffnete Sie den Durchgang allerdings wieder und machte  sich auf Nahrungssuche. Zusammen mit Sayang, welcher sich fest an sie klammerte, suchte sie am Boden nach Früchten und begab sich daraufhin das Erste mal in die Nähe eines anderen Orang-Utan, vermutlich des Vaters von Sayang.
Weitere Beobachtungen konnten wir in dieser Zeitspanne nicht feststellen.



Fazit:
Uns ist aufgefallen, das die Menschenaffen Orang-Utans eine sehr ruhige Affenart ist. Die Kommunikation untereinander fand kaum statt (vereinzelt durch Blicke).
Das Mutter-Kind Verhältnis ist sehr eng.

Verhaltensbeobachtung Gorillas

Der Gorilla – Heimtückischer Riese oder friedliches Familientier?

Kurze Einleitung zu Gorillas


Der Gorilla ist eins der meist bedrohten Tiere auf der Welt und ist erst seit geringer Zeit genauestens erforscht. Im 20. Jahrhundert wurde der Gorilla das erste Mal entdeckt. Die Forscher sahen in ihm eine schreckliche und gewalttätige Kreatur, welche brutal und ohne Grund auf die Menschen los geht. Dieser Gedanke prägte sich grundsätzlich durch das Aussehen des Gorillas. Seine gewaltige Gestalt mit massiven, muskulösen Armen und ausladendem Kiefer lassen diesen Gedanken nur zu gut begründen. Und nur aus diesem Gedanken entschieden sich die Forscher zum Ausrotten des Gorillas. Sie griffen die Tiere an und bekamen so die wahre Kraft des Riesen zu spüren. Jedoch handelt es sich dabei nicht um ein willkürliches Angreifen, sondern um die Verteidigung der Familie. Der Gorilla ist nämlich ein sehr friedliches und gar scheues Tier, welches in einer Familiengruppe lebt. Erst viele Jahre nachdem der Gorilla zum ersten Mal gesichtet wurde veränderte sich das Bild durch genaue Beobachtungen. Der Gorilla ist die größte und stärkste heute lebende Affenart und gehört zu den Menschenaffen. Zu seiner Nahrung gehören ausschließlich Pflanzen. Mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sich der Gorilla bis zu 12 Stunden am Tag. Um seine Nahrung richtig aufnehmen zu können, hat der Gorilla ein kräftiges Gebiss und eine sehr ausgeprägte Kaumuskulatur, mit der er Blätter und kleine Zweige zermahlen kann. Auch durch seinen mächtigen Schädel erscheint der Gorilla manchmal grimmig oder gar gefährlich, doch diesen braucht er zum Kauen und auch zum Kämpfen. Ganz im Gegensatz zu anderen Menschenaffen wandert und klettert der Gorilla nur wenig. Trotzdem ändert eine Gorillafamilie ihren Schlafplatz jeden Tag. Sie wandern durchschnittlich einen Kilometer pro Tag, was auch mit ihrer Nahrung zu tun hat.  Pflanzen befinden sich generell immer im Lebensraum des Gorillas, deswegen ist eine größere Entfernung  nicht notwendig. Das Leben des Gorillas ist ruhig, gemütlich und vor allem friedlich. Durch die stätige Schlafplatzänderung und den immer neuen Nestern können sich keine Parasiten im Nest fest setzen. Somit bleiben die Tiere sauber und gesund. Auch die ständige Fellpflege durch andere Gorillas sorgt für Sauberkeit. Die Nester der Gorillas werden auf dem Boden gebaut, da die Gorillas durch ihr hohes Gewicht nur wenig auf Bäume klettern. Jede Gorillagruppe hat einen männlichen Anführer, den man das „Silberrücken-Männchen“ nennt. Dieses Männchen lässt sich durch sein hell-graues Fell am Rücken gut erkennen. Außerdem handelt es sich meistens dabei um das kräftigste Tier. Alle anderen Tiere (meistens nur Weibchen) haben eine eigene respektierte Stellung und haben alle die Aufmerksamkeit des Silberrückens. Ein weiteres Merkmal für das friedliche Zusammenleben der Gorillas ist das Imponiergehabe während einem Streit. Der Streit kann ohne Verletzungen gelöst werden. Leider sieht die Zukunft der Gorillas schlecht aus, da diese immer mehr aussterben und ihr Lebensraum zerstört wird. Man unterscheidet zwischen Flachlandgorillas und Berggorillas. Man geht davon aus, dass es ca. noch 13.000 Gorillas auf der Erde gibt. Davon gibt es nur noch wenige Hunderte Berggorillas. Es muss ein Weg gefunden werden, um diese friedlichen und eindrucksvollen Tiere zu schützen, sonst werden sie bald verschwunden sein.    

Viatu beim Schlummern



Familienleben - Dian spielt mit Sohn Quembo



Julchen

1.       Allgemein


Bei den Gorillas gibt es einen „Anführer“, der dafür zuständig ist die Frauen zusammen zu halten, also eine Art Überwacher. Im Zoo Frankfurt ist das der Gorillamann Viatu. Er wurde am 20.12.1998 im Zoo Basel geboren, ist jetzt also 14 Jahre alt. Er ist seit dem Jahr 2008 im Frankfurter Zoo. Die älteste Dame im Gehege ist Julchen. Sie wurde ca. 1964 In der Wildnis gefangen und ist seit 1966 im Zoo Frankfurt untergebracht. Shira ist eine, am 28.04.2004 geborene Gorilladame, die 2011 in den Zoo Frankfurt kam. Rebecca wurde am 01.09.1982 im Zoo Krefeld geboren und ist seit 1990 im Zoo Frankfurt. Seit dem 10.07.2012 hat sie eine kleine Tochter, mit Namen Sawa. Sie ist der jüngste Gorilla im Zoo. Die Gorilladame Dian wurde am 04.01.1989 im Zoo Arnheim geboren und ist 6 Jahre später in den Frankfurter Zoo gekommen. Ihren Sohn Quembo hat sie am 20.12.2010 zur Welt gebracht.


Die Gorillas leben in zwei Gehegen, die durch zwei überirdische Gänge verbunden sind. Die Gehege sind relativ groß. Die Decke aus einer Art Netz ist so hoch angebracht, dass die Gorillas an den Steinwänden hochklettern und in einer angenehmen Höhe an den Seilen turnen können. Die Steinwände haben kleine Vorsprünge auf denen die Affen sitzen können. Darunter befinden sich Höhlen, in denen sich die Gorillas gegebenenfalls zurück ziehen können. An den Wänden sind sogenannte Gitternester angebracht und zwischen den Seilen war eine Art Hängematte befestigt. Dort ruhen sich die Gorillas aus oder beobachten das Geschehen im Gehege. Zwischen den Seilen gibt es Baumstämme und Äste, die ebenfalls zum Klettern und Sitzen gedacht sind. Der Boden des Geheges besteht aus Erde und größtenteils aus feuchtem Rindenmulch. An manchen Stellen ist auf dem Boden Holzwolle verteilt. Das Essen liegt im Gehege verteilt auf den Baumstämmen oder auf dem Boden.

2. Verhaltensäußerungen
Da sich die Gorillas in der Zeit, in der wir sie beobachtet haben, nicht durch Lautäußerungen verständigt haben, lässt dies vermuten, dass sie durch Mimik und Gestik mit den anderen Tieren kommunizieren. Aufgrund der kurzen Beobachtungszeit und der Distanz zu den Tieren ließen sich Mimik und Gestik der Tiere allerdings nicht besonders gut erkennen.
3. Aktivitäten

Einzelverhalten
Durch das Beobachten der Tiere fiel uns auf, dass sie sich während dem Essen nicht unbedingt hingesetzt haben, sondern auf allen Vieren gestanden und mit einer Hand das Essen zum Mund geführt haben. Diese Position ist auf dem folgenden Foto sehr gut zu erkennen.





Natürlich könnte auch der Grund für das Essen im Stehen bei Rebecca sein, dass sie ihr junges Sawa die ganze Zeit über auf dem Rücken getragen hat. Damit sie Sawa nicht absetzten musste, lässt sich vermuten, dass sie deshalb im Stehen die Nahrung zu sich genommen hat.
Zudem ist uns aufgefallen, dass die Gorillas ziemlich häufig aber dafür immer nur für eine relativ kurze Zeit fressen. Sie bewegen sich durch das Gehege, essen etwas von dem Gemüse und laufen dann weiter.
Auch haben wir einen der Gorillas, Viatu, dabei beobachtet, wie er Essen immer ein Stück vor sich geworfen hat, um es dann nach einigen Schritten wieder aufzuheben. Möglicherweise ist es für die Tiere einfacher sich vorwärtszubewegen, wenn sie nichts in einer Hand halten.
Tragen sie allerdings während dem Laufen doch etwas mit sich herum, laufen die Gorillas auf dem Mittelglied der Finger.
Der aktivste der Gorillas war der noch junge Quembo. Dieser verhielt sich nicht wie der Rest der Tiere eher ruhig, sondern schwang an den Seilen, die sich durch das Gehege zogen umher, kletterte an den Baumstämmen hoch  und hangelte sich am Netz entlang, das oben über der Glasscheibe das Gehege begrenzte. Dort riss er von einem Baum Blätter ab ohne diese weiter zu verwenden und klopfte später unten an die Glasscheibe, als einige Besucher dort standen.


video


Die Seile benutzte er zudem nicht nur um sich daran entlang zu hangeln, sondern, wie es auch andere der Gorillas taten, um sich beim Sitzen daran festzuhalten, was für sie demnach eine bequeme Position zu sein schien.
Des Weiteren konnten wir bei einigen der Gorillas sehen, dass sie über längere Strecken etwas von der Holzwolle mit sich herum trugen und diese dann anschließend oft in eines der Gitternester gelegt haben und sich danach selbst hineinsetzten. Das ließ uns vermuten, dass sie die Nester als ihre Ruhe- bzw. Schlafplätze nutzen und sich diese mit der Holzwolle bequemer machen.




Die Gorillas setzten sich dabei entweder auf die Nester oder legten sich mit dem Rücken nach unten hinein.
Die Affen schienen von den etwas höher angebrachten Nestern das Geschehen im Gehege zu beobachten, was sich auch erkennen ließ, wenn sie sich an anderen Orten befunden haben. Viatu beispielsweise erweckte den Eindruck, als würde er von einem Ort zum nächsten ziehen, um alles aus verschiedenen Perspektiven zu beobachten. Er saß dabei einmal oben in einer Gabelung eines Baumes, auf den Felsen oder auch unter den Felsen, vielleicht um sich selbst dem Geschehen zu entziehen. Über Viatu haben wir durch die Führung auch erfahren, dass er sich die Anerkennung der anderen Gorillas erst erkämpfen musste, da er noch sehr jung war, als er aus einem anderen Zoo nach Frankfurt kam. Es könnte natürlich auch sein, dass sich der übergeordnete Gorilla immer etwas zurückhält, wobei wir erfahren haben, dass dieser unter dem Rest der Tiere für eine Ordnung sorgen soll.
Zuletzt ist uns noch aufgefallen, dass die Gorillas zum Urinieren nach oben kletterten oder zumindest auf einen Baumstamm stiegen, aber nie unten auf dem Boden blieben.





Sozialverhalten
Während unserer doch recht kurzen Beobachtungszeit konnten wir nicht besonders viel über das Sozialverhalten der Gorillas erfahren. Feststellen konnten wir aber wie eben schon beim Einzelverhalten genannt, dass sie sich untereinander genau zu beobachten scheinen, jedoch eher weniger in körperlichen Kontakt miteinander traten. Eine Ausnahme war dabei Quembo, der in Interaktion mit einem der Weibchen trat, wahrscheinlich mit seiner Mutter Dian. War es seine Mutter, lässt sich vermuten, dass es ein spielerisches Verhalten war, aber es könnte selbstverständlich auch eine kurze Rangelei gewesen sein. Wie auch schon genannt, trug Rebecca ihr Junges Sawa während der gesamten Zeit auf dem Rücken, was zeigt, dass sie ihr Kind schützt und dafür sorgt, dass es nicht alleine ist, weil es ihr zum Beispiel nach einiger Zeit nicht mehr folgen könnte.






von Dajana Komp, Sonja Dörfer, Sandra Hellmann, Arabela Abenza

Verhaltensbeobachtungen: Orang-Utans


Allgemein

Orang Utans (Pongo):

Name: Charly
Tiere im Gehege: 6
Geschlecht: männlich
Alter: ca. 55
Wildfang








Art und Ausstattung des Geheges:

Die rechte Seite des Orang-Utan Geheges ist recht groß und hat viel und genug Platz für die Orang Utans. Die Wände von dem Gehege sind teilweiße aus Stein, Glas und Gitter. Anstatt einer Decke, Gib es ein Netz über dem Gehege, auch in den oberen Teil der Wände. In dem Gehege sind mehrere Baumstämme zu sehen sowie Seilen mit Knoten. Ungefähr in der Mitte des Geheges hängt eine Hängematte und am Rand der Wände sind fünf Metallvorrichtungen für Nester, wo die Orang Utans sich hinlegen können. Holzwollen ist in den Gehegen verstreut für den Nestbau. Außerdem sind auch Heizköpfe an den Wände zu sehen und Durchgänge, durch die die Orang-Utans zur anderen Seite des Geheges durchgehen können.

Verhaltensäußerungen

Mimik, Gestik und Lautäußerungen:

Charly hat sich die ganze Zeit ruhig und gelangweilt verhalten. Er hat sich wenig bewegt und die meiste Zeit zwischen den Ästen in der Mitte des Geheges geschlafen. Leider hat Charly keinerlei auffallendes oder besonderes Verhalten gezeigt, was für die Orang Utans eigentlich selbst verständlich waren da sie ruhiger als andere Menschenaffen sind. Der Außenwelt gegenüber hat er auch keine besonderen Reaktion gezeigt, weder auf die lauten Schreie der Bonobos im Nachbargehege, noch auf den Weißbartgibbon der auch im Orang-Utan Gehege untergebracht ist.

Aktivitäten

Einzelverhalten:

Charly trägt die typischen Merkmale eines Orang-Utan Männchens, nämlich die markanten Backenwülste, die aus Gewebe bestehen. Sein Fell ist sehr lang und rötlich-braun die Hautfarbe dunkel. Außerdem hat er am Kinn und um den Mund einen weißen Bart, den die weiblichen Orang-Utans auch nicht bekommen.
Die meiste Zeit, die wir ihn beobachteten schlief Charly. Seinen Schlafplatz hat er in der Mitte des Geheges gewählt, zwischen einigen Ästen oberhalb des Bodens.
Während er schläft zeigt er keinerlei Reaktion auf äußere Einflüssen, er bewegt sich nur ab und zu um seine Schlafposition ein wenig zu verändern.
Besonders auffällig fanden wir später, wie er sein Essen zwar vom Boden aufhob, aber erst wieder in die Äste des Geheges kletterte um es zu sich zu nehmen.
Charly ging später in eine Ecke des Geheges, um genau zu sein ein Platz auf der hinteren Wand des Geheges. Dort saß er inmitten von Holzwolle und beobachtete das Geschehen im Gehege, interagierte aber mit niemandem.
Später konnten wir beobachten, wie Charly sich zuerst auf andere Seite des zweigeteilten Geheges begab und kurz darauf mit einem Stück Ananas auf die andere Seite zurückkehrte. Mit der Ananas gesellte er sich direkt an die Glasscheibe des Geheges. Auf die Zoobesucher hatte er vorher schon nicht reagiert, und auch hier ließ er sich nicht von uns beeindrucken. Charly schaute uns ab und zu kurz an, zeigte jedoch keinerlei Reaktion auf uns.
Wir konnten beobachten, wie Charly auf einem relativ kleinen Stück Ananas sehr lang kaute, was auch zu seinen generell eher langsamen Bewegungen passt.

Sozialverhalten:

Während unserer Beobachtungszeit interagierte Charly gegen Anfang mit niemandem. Auch während seiner Schlafenszeit ließ er sich nicht von den anderen Tieren stören. Auffällig war auch, dass keines der Weibchen sich ihm näherte oder versuchte mit ihm zu kommunizieren. Er selber ignorierte die anderen Tiere im Gehege auch. Die anderen Tiere jedoch interagierten miteinander, z.B. das Jungtier Lucu mit einem der Weibchen oder die Weibchen miteinander.
Erst später, als Charly auf der Mauer saß, traute sich das männliche Jungtier zu Charly.
Wir beobachteten, wie Lucu anscheinend die Netzwand neben Charly hochklettern wollte, Charly ihn jedoch davon anscheinend abhielt und wieder zu sich hinunter zog. Wir interpretierten Lucus Verhalten so, dass er mit Charly spielen wollte.

Videos:



Rachel Leano & Laura Albermann

Mittwoch, 16. Januar 2013

Instinktmodell nach Konrad Lorenz



Zur Person
Konrad Lorenz ist am 07.11.1903 in Wien geboren und starb am 27.02.1989. Er war Zoologe und galt als einer der Hauptvertreter der klassischen Verhaltensforschung (Ethologie)und nannte sein Forschungsgebiet „Tierpsychologie“. Gemeinsam mit Karl von Frisch und Nikolaas Tinbergen wurde ihnen der Nobelpreis in Medizin für ihre Entwicklung bezüglich des Aufbaus und die Auslösung von Individuellen und sozialen Verhaltensmustern zugesprochen 

Definition
Die Ethologie, welches ein Teilgebiet der Biologie ist, befasst sich mit der Beobachtung, Erforschung und der Analyse des Verhaltens von Tieren  Dies bezeichnet man als die wissenschaftlichen Verhaltensuntersuchungen von angeborenen oder angelernten Gewohnheiten. Sie beinhaltet die Untersuchungen von angeborenen Verhaltensweisen und Verhaltensweisen, die stark von inneren Bedingungen beeinflusst werden. Es werden innere Ursachen betrachtet und die klassischen Ethologen versuchten meist möglich natürliche und artgerechte Beobachtungssituationen zu schaffen. Besonderes Interesse widmeten sie auch den evolutiven und ultimaten Ursachen der Verhaltensweisen. Ein Beispiel dafür ist auch der Versuch Lorenzs, der Graugänse, die er unterschiedlich aufzog um ihr Verhalten zu vergleichen und zu analysieren. Er ist einer der wichtigsten Vertreter und Mitgründer der Ethologie.
Ein weiteres Beispiel
Silbermöwenküken, so wollte Tinbergen bei Attrappenversuchen herausgefunden haben, erkennen ihre Eltern am roten Fleck auf dem gelben Schnabel und betteln um Futter, indem sie diesen anpicken. Hält man ihnen einen Vogelkopf aus Pappe mit grünem Schnabelfleck vor, betteln die Küken rund ein Drittel weniger. Fehlt der Fleck ganz, geht die Reaktion gar um drei Viertel zurück. Ein roter Schnabel tut es auch, auf andere Schnabelfarben sprechen die Tiere nur halb so häufig an. Die Kopffarbe spielt hingegen keine Rolle: ob grün oder blau, ob schwarz oder weiß, immer picken laut Tinbergen die Küken zu, wenn nur der Schnabel einen roten Fleck trägt. Dieses Verhalten ist nach Tinbergen den Jungvögeln angeboren, sie reagieren auf einen Schlüsselreiz. Ein solcher Schlüsselreiz sei unverwechselbar und in der natürlichen Umwelt des Tieres sehr spezifisch, so die Theorie. Andernfalls nämlich würden Jungtiere auf alle möglichen Reize in ihrer Umgebung reagieren und könnten so leicht zur Beute werden.
Vorwort
In der Ethologie spricht man nicht von „Instinkt“  sondern von „Instinktverhalten“. Dies bezeichnet innerhalb der ethologischen Theorie der Instinktbewegung eine angeborene Verhaltensweise, die aus gegeneinader abgrenzbaren Grundbausteinen des Verhaltens aufgebaut ist. Die Instinktbewegung, die auch Erbkoordination genannt wird, wird durch einen Schlüsselreiz ausgelöst und kann so lange ablaufen, wie eine innere Handlungsbereitschaft vorhanden ist. Diese Theorie wurde erstmals 1937 von Konrad Lorenz formuliert. Als Beleg, dass eine Verhaltensweise angeboren ist, gilt unter anderem die Reifung, somit ihre Vollkommenheit, im Verlauf der individuellen Entwicklung.
Bausteine des Instinktverhaltens (genauer : Instinktbewegung)

  •  Angeborenes Erkennen einer auslösenden Situation –  Schlüsselreiz
  • Aktivierungsmechanismus
  • Bewegungskomponente
  • Aktionsspezifische Erregung – innerer Antrieb für die Bewegungskomponente 

Instinktmodel
Die Instinkttheorie wird als ein Gesamtkonzept bezeichnet, mit dessen Hilfe sie beobachten können, ob das Verhalten der Tiere durch klar gegeneinander abgrenzbare Instinkte verursacht und gelenkt werden. Zum einen kann man die Ergebnisse der Beobachtung mit anderen Beobachtungen in Beziehung setzten und dadurch Zusammenhänge zwischen völlig unterschiedlichen Lebewesen entdecken. Zum anderen könne man aus den Grundannahmen einer Theorie Gesetzmäßigkeiten ableiten, die einen neuen Raum für Fragen und Experimente öffnet.
Das psychohydraulische Instinktmodell
Mit diesem Modell will Lorenz das „Prinzip der doppelten Quantifizierung“ veranschaulichen. So seien Instinktbewegungen ein Ergebnis der spontan ansteigenden Handlungsbereitschaft, somit wäre das der Wasserstand im Gefäß, welches von einer im Nervensystem produzierten aktionsspezifischen Energie, der Zufluss, gespeist wird. Die Instinktbewegung, das abfließende Wasser, wird normalerweise durch ein Schlüsselreiz, das Gewicht, ausgelöst. Da wir hier aber eine Reizschwelle, die Feder, die das Ventil gegen die Abflussöffnung drückt, zu überwinden haben, vermittelt noch ein angeborener Auslösemechanismus zwischen Reiz und Reaktion.                                       
Somit besteht ein Zusammenhang zwischen Reiz und Reaktion



  •  Desto stärker ein Reiz, desto stärker fällt die Reaktion aus
  •  Desto stärker der innere Antrieb, die Motivation, desto stärker fällt die Reaktion aus
  • Dennoch kann durch einen starken Reiz eine Reaktion ohne Motivation ausgelöst werden
  •  Doch durch hohe Motivation kann auch bei fehlendem Reiz eine Reaktion auslösen
Beispiel:

Die Aufnahme von Nahrung ist abhängig von 2 Faktoren:

  • Äußere Bedingungen, wie Attraktivität der Nahrungsmittel
  • Innere Bedingung, wie das Hungergefühl

Bei großem Hunger wird auch das unattraktivste Nahrungsmittel aufgenommen, dennoch bei kleinem Hunger wird nach attraktiven Nahrungsmitteln gesucht.
Wenn man längere Zeit diese Instinktbewegung nicht durchführt, wird der Organismus in Unruhe versetzt und es veranlasst ihn, aktiv nach den auslösenden Reizkombinationen zu suchen. Lorenz bezeichnet dieses Verhalten als Appetenzverhalten, benannt nach dem englischen Begriff „appetitive behaviour“. Ist diese Suche nicht erfolgreich , staut sich nach Lorenz  aktionsspezifische Energie so auf, dass die Instinktbewegung auch ohne auslösendem Schlussreiz ausgeführt wird. Dies beschrieb Lorenz als erster und nennt es den „Leerlaufhandlung“.
Die Übersprungbewegung
In vielen Konflikten treten Verhaltensweisen auf, die für den Beobachter als unpassend oder deplatziert scheinen. Hähne unterbrechen gelegentlich ihren Kampf und picken auf den Boden, obwohl keine Nahrung vorhanden ist. Austernfische stecken beim Anblick ihres Spiegelbildes ihren Schnabel ins Gefieder und schlafen ein. Solche, für uns unsinnige Handlungen wurden als Übersprungbewegung bezeichnet. Durch die gegenseitige Hemmung gleichstarker Antriebe für 2 Verhaltensweisen sollte eine 3. Möglich werden. Man geht davon aus, dass das gezeigte „unsinnige“ verhalten für das Tier durchaus eine Bedeutung haben kann und somit seine Erfolgschancen erhört werden.  

Das Instinktmodell nach heutiger Sicht
Spätestens nach den 70er Jahren wurde durch die Neuropsychologie und der Hirnforschung deutlich gemacht, dass die Steuerung von Verhalten wesentlich komplexer ist, als das Modell von Lorenz darstellt. Denn Klaus Immelmann, ein Professor für Verhaltensbiologie, warnte bereits 1986:
„Selbstverständlich darf ein solches Instinktmodell aus der Frühzeit der vergleichenden Verhaltensforschung – was häufig vergessen wurde – wirklich nur als Modell verstanden werden. Es vermag keineswegs eine echte Erklärung der zugrundeliegender Vorgänge zu geben und soll lediglich darauf hinweisen, dass es im Verhalten über – und untergeordnete Instanzen gibt“
(Klaus Immelmann 1986)
Quellen
Natura – Neurobiologie und verhalten