Sonntag, 20. Januar 2013

Verhaltensbeobachtung Gorillas

Der Gorilla – Heimtückischer Riese oder friedliches Familientier?

Kurze Einleitung zu Gorillas


Der Gorilla ist eins der meist bedrohten Tiere auf der Welt und ist erst seit geringer Zeit genauestens erforscht. Im 20. Jahrhundert wurde der Gorilla das erste Mal entdeckt. Die Forscher sahen in ihm eine schreckliche und gewalttätige Kreatur, welche brutal und ohne Grund auf die Menschen los geht. Dieser Gedanke prägte sich grundsätzlich durch das Aussehen des Gorillas. Seine gewaltige Gestalt mit massiven, muskulösen Armen und ausladendem Kiefer lassen diesen Gedanken nur zu gut begründen. Und nur aus diesem Gedanken entschieden sich die Forscher zum Ausrotten des Gorillas. Sie griffen die Tiere an und bekamen so die wahre Kraft des Riesen zu spüren. Jedoch handelt es sich dabei nicht um ein willkürliches Angreifen, sondern um die Verteidigung der Familie. Der Gorilla ist nämlich ein sehr friedliches und gar scheues Tier, welches in einer Familiengruppe lebt. Erst viele Jahre nachdem der Gorilla zum ersten Mal gesichtet wurde veränderte sich das Bild durch genaue Beobachtungen. Der Gorilla ist die größte und stärkste heute lebende Affenart und gehört zu den Menschenaffen. Zu seiner Nahrung gehören ausschließlich Pflanzen. Mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sich der Gorilla bis zu 12 Stunden am Tag. Um seine Nahrung richtig aufnehmen zu können, hat der Gorilla ein kräftiges Gebiss und eine sehr ausgeprägte Kaumuskulatur, mit der er Blätter und kleine Zweige zermahlen kann. Auch durch seinen mächtigen Schädel erscheint der Gorilla manchmal grimmig oder gar gefährlich, doch diesen braucht er zum Kauen und auch zum Kämpfen. Ganz im Gegensatz zu anderen Menschenaffen wandert und klettert der Gorilla nur wenig. Trotzdem ändert eine Gorillafamilie ihren Schlafplatz jeden Tag. Sie wandern durchschnittlich einen Kilometer pro Tag, was auch mit ihrer Nahrung zu tun hat.  Pflanzen befinden sich generell immer im Lebensraum des Gorillas, deswegen ist eine größere Entfernung  nicht notwendig. Das Leben des Gorillas ist ruhig, gemütlich und vor allem friedlich. Durch die stätige Schlafplatzänderung und den immer neuen Nestern können sich keine Parasiten im Nest fest setzen. Somit bleiben die Tiere sauber und gesund. Auch die ständige Fellpflege durch andere Gorillas sorgt für Sauberkeit. Die Nester der Gorillas werden auf dem Boden gebaut, da die Gorillas durch ihr hohes Gewicht nur wenig auf Bäume klettern. Jede Gorillagruppe hat einen männlichen Anführer, den man das „Silberrücken-Männchen“ nennt. Dieses Männchen lässt sich durch sein hell-graues Fell am Rücken gut erkennen. Außerdem handelt es sich meistens dabei um das kräftigste Tier. Alle anderen Tiere (meistens nur Weibchen) haben eine eigene respektierte Stellung und haben alle die Aufmerksamkeit des Silberrückens. Ein weiteres Merkmal für das friedliche Zusammenleben der Gorillas ist das Imponiergehabe während einem Streit. Der Streit kann ohne Verletzungen gelöst werden. Leider sieht die Zukunft der Gorillas schlecht aus, da diese immer mehr aussterben und ihr Lebensraum zerstört wird. Man unterscheidet zwischen Flachlandgorillas und Berggorillas. Man geht davon aus, dass es ca. noch 13.000 Gorillas auf der Erde gibt. Davon gibt es nur noch wenige Hunderte Berggorillas. Es muss ein Weg gefunden werden, um diese friedlichen und eindrucksvollen Tiere zu schützen, sonst werden sie bald verschwunden sein.    

Viatu beim Schlummern



Familienleben - Dian spielt mit Sohn Quembo



Julchen

1.       Allgemein


Bei den Gorillas gibt es einen „Anführer“, der dafür zuständig ist die Frauen zusammen zu halten, also eine Art Überwacher. Im Zoo Frankfurt ist das der Gorillamann Viatu. Er wurde am 20.12.1998 im Zoo Basel geboren, ist jetzt also 14 Jahre alt. Er ist seit dem Jahr 2008 im Frankfurter Zoo. Die älteste Dame im Gehege ist Julchen. Sie wurde ca. 1964 In der Wildnis gefangen und ist seit 1966 im Zoo Frankfurt untergebracht. Shira ist eine, am 28.04.2004 geborene Gorilladame, die 2011 in den Zoo Frankfurt kam. Rebecca wurde am 01.09.1982 im Zoo Krefeld geboren und ist seit 1990 im Zoo Frankfurt. Seit dem 10.07.2012 hat sie eine kleine Tochter, mit Namen Sawa. Sie ist der jüngste Gorilla im Zoo. Die Gorilladame Dian wurde am 04.01.1989 im Zoo Arnheim geboren und ist 6 Jahre später in den Frankfurter Zoo gekommen. Ihren Sohn Quembo hat sie am 20.12.2010 zur Welt gebracht.


Die Gorillas leben in zwei Gehegen, die durch zwei überirdische Gänge verbunden sind. Die Gehege sind relativ groß. Die Decke aus einer Art Netz ist so hoch angebracht, dass die Gorillas an den Steinwänden hochklettern und in einer angenehmen Höhe an den Seilen turnen können. Die Steinwände haben kleine Vorsprünge auf denen die Affen sitzen können. Darunter befinden sich Höhlen, in denen sich die Gorillas gegebenenfalls zurück ziehen können. An den Wänden sind sogenannte Gitternester angebracht und zwischen den Seilen war eine Art Hängematte befestigt. Dort ruhen sich die Gorillas aus oder beobachten das Geschehen im Gehege. Zwischen den Seilen gibt es Baumstämme und Äste, die ebenfalls zum Klettern und Sitzen gedacht sind. Der Boden des Geheges besteht aus Erde und größtenteils aus feuchtem Rindenmulch. An manchen Stellen ist auf dem Boden Holzwolle verteilt. Das Essen liegt im Gehege verteilt auf den Baumstämmen oder auf dem Boden.

2. Verhaltensäußerungen
Da sich die Gorillas in der Zeit, in der wir sie beobachtet haben, nicht durch Lautäußerungen verständigt haben, lässt dies vermuten, dass sie durch Mimik und Gestik mit den anderen Tieren kommunizieren. Aufgrund der kurzen Beobachtungszeit und der Distanz zu den Tieren ließen sich Mimik und Gestik der Tiere allerdings nicht besonders gut erkennen.
3. Aktivitäten

Einzelverhalten
Durch das Beobachten der Tiere fiel uns auf, dass sie sich während dem Essen nicht unbedingt hingesetzt haben, sondern auf allen Vieren gestanden und mit einer Hand das Essen zum Mund geführt haben. Diese Position ist auf dem folgenden Foto sehr gut zu erkennen.





Natürlich könnte auch der Grund für das Essen im Stehen bei Rebecca sein, dass sie ihr junges Sawa die ganze Zeit über auf dem Rücken getragen hat. Damit sie Sawa nicht absetzten musste, lässt sich vermuten, dass sie deshalb im Stehen die Nahrung zu sich genommen hat.
Zudem ist uns aufgefallen, dass die Gorillas ziemlich häufig aber dafür immer nur für eine relativ kurze Zeit fressen. Sie bewegen sich durch das Gehege, essen etwas von dem Gemüse und laufen dann weiter.
Auch haben wir einen der Gorillas, Viatu, dabei beobachtet, wie er Essen immer ein Stück vor sich geworfen hat, um es dann nach einigen Schritten wieder aufzuheben. Möglicherweise ist es für die Tiere einfacher sich vorwärtszubewegen, wenn sie nichts in einer Hand halten.
Tragen sie allerdings während dem Laufen doch etwas mit sich herum, laufen die Gorillas auf dem Mittelglied der Finger.
Der aktivste der Gorillas war der noch junge Quembo. Dieser verhielt sich nicht wie der Rest der Tiere eher ruhig, sondern schwang an den Seilen, die sich durch das Gehege zogen umher, kletterte an den Baumstämmen hoch  und hangelte sich am Netz entlang, das oben über der Glasscheibe das Gehege begrenzte. Dort riss er von einem Baum Blätter ab ohne diese weiter zu verwenden und klopfte später unten an die Glasscheibe, als einige Besucher dort standen.


video


Die Seile benutzte er zudem nicht nur um sich daran entlang zu hangeln, sondern, wie es auch andere der Gorillas taten, um sich beim Sitzen daran festzuhalten, was für sie demnach eine bequeme Position zu sein schien.
Des Weiteren konnten wir bei einigen der Gorillas sehen, dass sie über längere Strecken etwas von der Holzwolle mit sich herum trugen und diese dann anschließend oft in eines der Gitternester gelegt haben und sich danach selbst hineinsetzten. Das ließ uns vermuten, dass sie die Nester als ihre Ruhe- bzw. Schlafplätze nutzen und sich diese mit der Holzwolle bequemer machen.




Die Gorillas setzten sich dabei entweder auf die Nester oder legten sich mit dem Rücken nach unten hinein.
Die Affen schienen von den etwas höher angebrachten Nestern das Geschehen im Gehege zu beobachten, was sich auch erkennen ließ, wenn sie sich an anderen Orten befunden haben. Viatu beispielsweise erweckte den Eindruck, als würde er von einem Ort zum nächsten ziehen, um alles aus verschiedenen Perspektiven zu beobachten. Er saß dabei einmal oben in einer Gabelung eines Baumes, auf den Felsen oder auch unter den Felsen, vielleicht um sich selbst dem Geschehen zu entziehen. Über Viatu haben wir durch die Führung auch erfahren, dass er sich die Anerkennung der anderen Gorillas erst erkämpfen musste, da er noch sehr jung war, als er aus einem anderen Zoo nach Frankfurt kam. Es könnte natürlich auch sein, dass sich der übergeordnete Gorilla immer etwas zurückhält, wobei wir erfahren haben, dass dieser unter dem Rest der Tiere für eine Ordnung sorgen soll.
Zuletzt ist uns noch aufgefallen, dass die Gorillas zum Urinieren nach oben kletterten oder zumindest auf einen Baumstamm stiegen, aber nie unten auf dem Boden blieben.





Sozialverhalten
Während unserer doch recht kurzen Beobachtungszeit konnten wir nicht besonders viel über das Sozialverhalten der Gorillas erfahren. Feststellen konnten wir aber wie eben schon beim Einzelverhalten genannt, dass sie sich untereinander genau zu beobachten scheinen, jedoch eher weniger in körperlichen Kontakt miteinander traten. Eine Ausnahme war dabei Quembo, der in Interaktion mit einem der Weibchen trat, wahrscheinlich mit seiner Mutter Dian. War es seine Mutter, lässt sich vermuten, dass es ein spielerisches Verhalten war, aber es könnte selbstverständlich auch eine kurze Rangelei gewesen sein. Wie auch schon genannt, trug Rebecca ihr Junges Sawa während der gesamten Zeit auf dem Rücken, was zeigt, dass sie ihr Kind schützt und dafür sorgt, dass es nicht alleine ist, weil es ihr zum Beispiel nach einiger Zeit nicht mehr folgen könnte.






von Dajana Komp, Sonja Dörfer, Sandra Hellmann, Arabela Abenza

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